Head (Druckversion)

Zielsetzung der AG „Ökonomie und Ethik“

Seit dem 2. Halbjahr des Schuljahres 2011/12 existiert in der Gymnasialen Oberstufe eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema „Ökonomie und Ethik“ beschäftigt. Geleitet wird die Gruppe gemeinsam von Prof. Dr. Löwisch und Frau Judith Merbecks. Die AG läuft aus organisatorischen Gründen über ein Kalenderjahr, nicht über ein Schuljahr. Sie beginnt im 2. Schulhalbjahr, damit sich die Schüler zu Beginn der Jgst. 12 erst einmal in das für sie neue System einfinden: Grund- und Leistungskurse, Bewertungssysteme etc. Die AG schließt am Ende des ersten Halbjahres der Jgst. 13, da danach die unmittelbaren Vorbereitungen des Abiturs beginnen sowie die Prüfungen selbst stattfinden.
Zeitlich umfasst die AG einen Umfang von 2 Unterrichtsstunden pro Woche.
Jeweils zum Versetzungs- wie auch zum Halbjahreszeugnis erhalten die Schüler ein Teilnahmezertifikat.
Zur Methodik der AG sei angemerkt, dass unterschiedliche Wege gegangen werden. Es wird zum einen die den Schülern bekannte unterrichtliche Arbeitsweise auf die zu erarbeitenden Sachverhalte angewendet, vorwiegend zu Beginn, um die Schüler zunächst einmal mit der für sie bisher unbekannten Thematik vertraut zu machen. Im weiteren Verlauf der AG werden sogenannte freie philosophierende Arbeitsgespräche („sokratische Methode“) geführt, an die die Schüler in der Regel erst noch herangeführt werden müssen. Ziel ist, dass die Schüler in sachlichen Auseinandersetzungen ihre Gedanken, Ideen und Meinungen gut begründet zu formulieren und zu verteidigen lernen.

Warum ist es wichtig, sich an einer Wirtschaftschule mit dem Thema „Ethik“ zu beschäftigen?

Eine Frage, die zu Beginn der Arbeit immer wieder gestellt wird, ist die nach der Notwendigkeit, sich mit dem Thema „Ethik“ – das zudem auch Gegenstand im Sachtextbereich ist – zu beschäftigen.
Der Begriff selbst sowie damit zusammenhängend solche wie z. B. „CSR“, „Nachhaltigkeit“ oder „Verantwortung“ schlagen uns nahezu täglich aus den Medien jedweder Art oder aus sogenannten „Firmen-Philosophien“ entgegen. Zusätzlich wird immer häufiger der schon ausgestorben geglaubte Begriff der „Anständigkeit“ ins Spiel gebracht.
Die zunehmende Beschäftigung mit Ethik in der Alltagswelt resultiert bereits aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, in den vergangenen zehn Jahren etwa beginnt dieses Thema zu boomen. Die Nachricht ist angekommen: „Cash as cash can“, „Can implies ought“ – das funktioniert in pragmatischer Reinform nicht mehr.
Ziel der AG ist es, die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Ökonomie und Ethik zu motivieren sowie zu einer kritischen Überprüfung menschlichen Handelns ob seiner Verantwortbarkeit. Das bezieht sich nicht nur auf fremdes Handeln, beispielsweise von Firmen oder einzelnen Personen, sondern auch auf das eigene Handeln, irgendwann auch einmal auf das eigene wirtschaftliche Handeln.
Unsere Schüler leben in einer Gesellschaft, in der Konsum eine enorme Rolle spielt, in der Prestigeobjekte – angefangen beim Handy, früher war es in erster Linie die Kleidung – wichtig sind, um überhaupt dazu zu gehören. Sie leben in einer Gesellschaft, die von Schnelllebigkeit geprägt ist, von Werteverlusten und Werteverschiebungen, von immer weniger Wertevermittlung, wo Werte in erster Linie materiell eine Rolle spielen und man sich häufig keine „Gesinnung“ mehr leisten darf oder – seien wir doch ehrlich – will.
Ein weiteres Ziel also ist es, den Schülern die Verpflichtung zur Verantwortung nahe zu bringen, damit sie sie in ihrem täglichen Handeln wahrnehmen können. Und das in einer Zeit, in der es „in“ ist, sich seiner Verantwortung zu entziehen, indem man sich „vom Acker macht“ oder für nicht zuständig erklärt oder auch - in Extremfällen – auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert. Frei nach Ingeborg Bachmann lässt sich sagen: Die Übernahme von Verantwortung ist dem Menschen zumutbar, und eine Gesellschaft, die sich selbst ernst nimmt und ernst genommen werden will, muss dies von ihren Mitgliedern verlangen können. Dies schließt unsere Schüler ein.
Ein wichtiges Moment ist noch, dass Schüler, die sich für eine Bildung oder Ausbildung im kaufmännischen Bereich entschieden haben, nicht umhinkommen, sich innerhalb ihrer späteren beruflichen Tätigkeit mit derartigen Fragen und Forderungen auseinanderzusetzen.

Judith Merbecks

Bisherige Themen der AG „Ökonomie und Ethik“

Jahrgang 2011/12:
Der Ehrbare Kaufmann:
Von der ersten Kapitalismustheorie im 17. Jh. zum Ehrbaren Kaufmann im 20. Jh.
(B. Franklin, M. Weber)

Jahrgang 2012/13:
Von der Konkurrenz zweier Wirtschaftssysteme: Freie Marktwirtschaft vs. Soziale Marktwirtschaft.
(Th. Hobbes, A. Smith)

Jahrgang 2013/14:
Die Bedeutung des Geldes für die Gesellschaft und daraus resultierende Konsequenzen.
(u. a. G. Simmel)
 

KBM: News

27.06.2017

Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe der Kaufleute für Büromanagement

Am 12.07.2017 findet um 11.00 Uhr die Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe der Kaufleute für Büromanagement in Raum K 505 statt. » mehr

20.06.2017

Blockzeiten für das Schuljahr 2017/18

Auf den KBM-Webseiten der Bildungsgänge Arbeitsmarktdienstleistungen, Bankkauffrau/-mann, IT-Berufe (Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker/-in ... » mehr

Footer (Druckversion)